Wie im vorangegangenen Beitrag Mitte Januar angekündigt, bietet Facebook seit 14 Tagen Anwendungen die Möglichkeit, Nutzer-E-Mail-Adressen für Marketingzwecke zu generieren. Als Nutzungsvoraussetzung gelten einige von Facebook als Entwurf formulierte Grundsätze, die Missbrauch vorbeugen sollen. Facebooks Benachrichtigungen werden zum 1.3.10 durch die neue E-Mail-Funktionalität ersetzt. Informationen zur Implementierung der Email API finden Entwickler über die Roadmap Email bzw. im Developer Forum.
Bestandsaufnahme
Einige Beispiele, wie die Funktion derzeit beworben und genutzt wird:
- fbFund
Die Seite fbFund nutzt die Facebook-Applikation von NutshellMail, um Updates via E-Mail zu versenden. Die Anmeldung ist über einen Reiter “Email Newsletter” mit wenigen Mausklicks möglich. fbFund zeigt dem Nutzer vorab per Screenshot eine Beispiel-Ausgabe, um Erwartungen zu setzen. - FarmVille
Facebook unterstützt wie angekündigt die E-Mail-Adressgenerierung mit einem prominenten Hinweis darauf, dass Benachrichtigungen in Kürze eingestellt werden. Hier: Bei der Anmeldung zu dem wohl verbreitetsten Facebook-Spiel FarmVille von Zynga, die vorgestern noch in den Schlagzeilen kursierten…Auch Zynga selbst bewirbt mit Hilfe eines Incentives (”receive a limited edition item”) im Spiel die Anmeldung per E-Mail-Adresse (Zyngas Datenschutzerklärung):
- Happy Aquarium
Auch Happy Aquarium incentiviert die Newsletter-Anmeldung mit einem exklusiven Bonus. Der Hinweis hierauf wurde prägnant mit einer prägnanten Handlungsaufforderung (Nutzen: “be the first” = zeitliche Verknappung & “stripped cardinal fish” = Exklusivität) auf der Pinnwand platziert. - Pet Society
Pet Society hebt nachträglich hervor, dass die Benachrichtigungen per E-Mail nicht 1 zu 1 vergleichbar sind, wie die – hier in sehr hoher Frequenz versandten – Facebook-Banachrichtigungen:
Tipps
Die Möglichkeit für Facebook-Anwendungen, via E-Mail zu kommunizieren, wird – verständlicherweise – kritisch diskutiert. Ein zentraler Erfolgsfaktor dafür, dass ein Nutzer einer Applikation seine primäre E-Mail-Adresse anvertraut, wird sicherlich ‘Vertrauen’ in den Anbieter und in dessen Anwendung und die Erwartung relevanter Botschaften sein. Hierzu einige Tipps:
- Erwartungen setzen
Facebook-Benachrichtigungen wurden jüngst durch viele Anwendungen sehr agressiv genutzt. Ergebnis: Beschwerden und sinkenden Konversionsraten. Die E-Mail ist sehr viel privater. Nicht zuletzte vor diesem Hintergrund sollten im Vorhinein Zweck der E-Mail-Adress-Erhebung sowie Inhalt und Frequenz der E-Mailings klar kommuniziert und hervorgehoben werden. Eventuell kommt auch die Vorab-Ansicht eines Beispiel-Newsletters oder der Zugang zum Newsletter-Archiv für die Erwartungsbildung infrage. In jedem Fall sollte zeitnah eine Double-Opt-In- oder zumindest eine Bestätigungs-E-Mail versandt werden, in der alle Details erneut aufgeführt sind. - Abbestellmöglichkeit
Es sollte bzw. muss vorab auf die jederzeit bestehende und unkomplizierte, kostenfreie Widerrufsmöglichkeit für die Nutzung der E-Mail-Adresse hingewiesen werden. Für Standard-Benachrichtigungen kann dies innerhalb Facebooks über die jeweiligen Einstellungen einer Anwendung erfolgen. Für eine generelle Untersagung von E-Mails sollte in jeder Nachricht ein Abbestellen-Link enthalten sowie eine Austragungs-Möglichkeit über eine Reply-To-Adresse möglich sein. - Keine Datenweitergabe
Ein Hinweis darauf, dass die Daten, die der Nutzer Ihnen anvertraut, bei Ihnen sicher aufbewahrt sind und keinesfalls an Dritte weitergegeben werden, fördert ebenfalls die Vertrauensbildung und kann die Conversion steigern. - Kontaktmöglichkeit
Bei der Adresserhebung und/oder im Rahmen der Promotion kann prominent etwa eine E-Mail-Adresse angeführt werden, an die Rückfragen gerichtet werden können. Dies sorgt für Transparenz und schafft Vertrauen. - Incentivierung
Vorteile, die ein Newsletter-Interessent durch die Anmeldung erlangt, steigern die Conversion-Rate erfahrungsgemäß erheblich. Dies können exklusive Inhalte sein, ein früher Zugang zu bestimmten Dingen, Gutscheine, Rabatte und vieles mehr. - Bewertung
Facebook-Applikationen können durch die Nutzer rezensiert und kommentiert werden. Eine schlechte oder geringe Anzahl Rezensionen schafft wenig Vertrauen. Daher sollte auch die (positive) Bewertung durch möglichst viele Nutzer der Applikation im Marketing nicht aus den Augen verloren werden.
Weitere Tipps oder bereits Erfahrungen…?
Abgelegt unter: Adressgenerierung, Social Media
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2 Kommentare
1. » Facebook setzt au&hellip | 5. Februar 2010 um 17:12
[...] sich nicht nur beim Nutzerzuwachs, sondern auch in Sachen Neuigkeiten: Neue Navigation, E-Mails statt Benachrichtigungen, Kommentar-Antworten via E-Mail, erweiterte Analyse-Möglichkeiten bei Fan-Seiten und und [...]
2. Kommt bald @facebook.com?&hellip | 7. Februar 2010 um 08:33
[...] Facebook Apps nutzen, um E-Mail-Adressen zu generieren (seit Anfang des Jahres möglich) Kategorien : Allgemein Tags : facebook, social networks Artikel bookmarken: Facebook | twitter | delicious | Google | Mister Wong [...]
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